
Pflaster für die „Winter-Wunden“: Für die Schlaglöcher auf den Berliner Straßen soll es „Schotter vom Bund“ geben. Der Bezirksverband Berlin der IG Bauen-Agrar-Umwelt appelliert an die Bundestagsabgeordneten, die Schlaglochmisere als „handfestes Infrastrukturproblem“ in den Bundestag zu melden. „Der Bund darf die Städte und Gemeinden mit ihren Löchern im Haushalt nicht auch noch auf löchrigen Asphaltdecken sitzen lassen“, sagt Erhard Strobel.
Dabei weist der Bezirksvorsitzende der IG BAU Berlin darauf hin, dass längst nicht nur Straßen vom „Frostlochfraß“ befallen seien: „Auch Rad- und Fußwege sind nach dem strengen Winter betroffen. Gerade für Radfahrer ist das eine besondere Gefahr. So schadet ein Schlagloch in einer Tempo-30-Zone den Stoßdämpfern der Autos – für einen Radfahrer kann es aber schwere Unfallfolgen haben“, so Strobel.
Der IG BAU-Bezirkschef ruft daher gemeinsam mit dem Auto Club Europa (ACE) Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger in Berlin dazu auf, gefährliche Löcher per Internet an einen zentralen „Schlagloch-Melder“ durchzugeben: www.ace-online.de/schlaglochmelder. Der ACE-Regionalbeauftragte Frank Fleischhauer sagt: „Auf dem Internet-Portal können Verkehrsteilnehmer und Anwohner ein Online-Formular mit allen nötigen Angaben zur Art und Lage des Schlaglochs ausfüllen“. Auch ein Foto vom „Asphaltkrater“ kann hochgeladen und abgeschickt werden. Ein vom ACE bestellter „Schlagloch-Sheriff“ geht jeder Anzeige nach und meldet den Straßenschaden der zuständigen Behörde.
„Auf diese Weise wird Druck gemacht“, so Erhard Strobel. Wenn ein Loch dann mit Kaltasphalt – einer Mischung aus Bitumen und Haftkleber – aus dem Sack oder Eimer zugemacht werde, sei dies eine „erste Hilfe“. Die Straße werde so jedoch zum „Flickenteppich“. „Eine Dauerlösung ist das ‚Löcherstopfen’ nicht. Wir müssen über kurz oder lang richtig Geld in die Hand nehmen, um beschädigte Fahrbahndecken komplett neu zu machen. Bei vielen Straßen ist auch das Fundament fällig“, so der IG BAU-Bezirksvorsitzende.
Die Kommunen seien dabei hoffnungslos überfordert. Hier müsse der Bund einspringen. Ideen – wie „Schlagloch-Patenschaften“ – seien zwar nett, aber keine Lösung des Problems. Selbst die gerade erst beschlossene Aufstockung der Straßeninstandhaltungsmittel um 25 Millionen Euro vom Senat reichten bei Weitem nicht aus. „Die grundlegende und professionelle Sanierung unserer Straßen kostet Geld. Sie schafft aber auch Arbeitsplätze im Straßenbau. Und sie ist eine Investition in eine Infrastruktur für die Zukunft. Das rechnet sich“, so Strobel.
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